Geschichte des Minigolf

Vom Grossgolf zum Kleingolf

Minigolf und Golf sind sehr ähnliche Sportarten. Tatasächlich ist Minigolf vom eigentlichen Golfspiel
entstanden. Die Spielbahnen (Fairways) sind beim Golf vom Abschlag bis zum Grün in der Regel zwischen
200 und 500 Meter lang. Deshalb benötigt man für einen 18 Löcher - Golfplatz rund 50ha Land.
Dies und auch die Kosten dieser Anlage waren die Gründe für die Idee eines “kleinen Golfspiels”.
Es sollte für jedermann erschwinglich sein. So entstanden vor fast 100 Jahren die ersten Trainingsgrün 
in den USA. Im Laufe der Zeit wurden Hindernisse wie Türen, Figuren oder Bodenwellen ins Spiel eingebaut.
Die Pisten des sogenannten Bahnengolfs bestanden aus verschiedenen Materialien, teils aus gewalztem
Tennisssand, teils aus gepresstem Lehmboden. Man fasste die Bahnen mit Holzbanden ein.

 Paul Bongni



Genormtes Bahnengolf

Die eigentliche Geburtsstunde des Minigolfs schlug erst viel später. Der Schweizer Gartenarchitekt
Paul Bongni hatte bereits 1951 die Idee gehabt einen genormten Golfplatz für jedermann zu bauen. 
Am 19. März 1954 nahm die erste Anlage nach dem System Bongni in Ascona den Betrieb auf, nachdem die Gemeinde bereits am 27. November 1953 die Baubewilligung erteilt hatte. 

1953 errichtete er dann in einem kleinen Waldstück namens Bosco Isolino bei der Tessiner Stadt Locarno
unweit vom Ufer des Lago Maggiore nach seinen Plänen den zweiten aus 18 Pisten bestehenden Minigolfplatz. Er wurde an Ostern 1954 eröffnet. Die Hindernisse legte Bongni nach den gleichen sportlichen Gesichtspunkten wie beim Grossgolf fest. Seine Bahnen liess er patentrechlich schützen und gab ihnen den Namen “MINIGOLF” und Schuf damit die Voraussetzung dass auf der Basis seines Systems baugleiche Anlagen überall nach denselben Kriterien und Massen angelegt werden konnten.

Die Geschichte des Minigolfs wurde durch diesen Minigolfbahnen deshalb so massgeblich beeinflusst weil alle 18 Pisten einer Anlage genormt waren, d.h. sie waren so konzipert dass der Spieler jede Bahn bei gehöriger Übung, natürlich mit einem einzigen Schlag einem Ass bewältigen konnte und das war der massgebende Unterschied zu den Kleingolfplätzen der 30er Jahre in Deutschland, Skandinavien oder Amerika. Der ersten Minigolf-Sportanlage in Locarno folgte schon bald ein zweiter Platz im Nachbarstädtchen Ascona, weitere in den umliegenden Fremdenverkehrszentren und Urlaubsorten am Lago Maggiore und am Luganersee. 18 waren es bald innerhalb eines Jahres. Von hier aus wurde der Minigolf Gedanke sehr bald auch in die umliegenden Länder getragen nach Italien, Deutschland und auch Österreich. Ende 1962 existierten schon rund 120 Sportanlangen in Europa.